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Warum ich mich entschlossen habe, in einem Ashram zu Leben – Teil 4

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Meine erste Berührung mit Yoga –Lets get in touch

A lso ist das Wochenende gebucht, meine Freunde finden keine Zeit zum Mitkommen, also fahre ich alleine. Ich komme im Ashram in Bad Meinberg an, und wie ich schnell herausfinde ist es kein beschaulicher, ruhiger Tempel, sondern eine Yoga Universität, groß und voll mit Gästen, Seminarteilnehmern und Yogis.

Das Wochenende besteht aus einfachen Yogastunden und geführten Meditationen, dem Satsang und Beiträgen rund um das Thema Yoga und Meditation. Und Yoga, das ist nicht nur Held Schwarz weißKörperstellungenAsanas , das ist ein wundervolles, interessantes und buntes Lebenskonzept, dass dir Frieden, Zufriedenheit und Harmonie bringen kann, erkenne ich.

Das Wochenende ist recht straff durchorganisiert. Abends geht es mit einer ersten Willkommensmeditation los. Auch wenn man schon Yoga gemacht hat und ein alter Meditationsprofi ist (was ich definitiv nicht bin), sollte man sich diese Meditation geben, denn hier bekommt man den Ablauf und den Hintergrund des Satsangs erklärt. Im Seminar geht es darum, erste Einblicke in Yoga und Meditation zu erhalten, denn alles was man hier lernt sind die ersten Schritte auf dem Yoga-Weg, und man lernt natürlich sehr viel über Yoga Vidya und den Ashram im Allgemeinen.

Hier habe ich mal den Tagesablauf von der Webseite rüber kopiert:

Tagesablauf ab dem 2. Tag
7.00 Uhr Meditation, Mantra-Singen, kurze Lesung, Vortrag
9.15 Uhr Yogastunde, Pranayama, Tiefenentspannung
11.00 Uhr Brunch (Frühstück/Mittagessen)
14.30 Uhr Workshop/Vortrag *
16.15 Uhr Yogastunde, Pranayama, Tiefenentspannung*
18.00 Uhr Abendessen
20.00 Uhr Meditation, Mantra-Singen, Vortrag
ca. 14.30/15.00 Uhr Seminarende (bei längeren Seminaren: Seminarende nach dem Brunch, also um ca. 12.30 Uhr)

Du siehst also, da ist nicht viel Zeit zwischen den einzelnen Programmen. Und da gibt es noch so viel mehr, was man gerne entdecken würde, wofür aber kaum Zeit ist. Zum Beispiel gibt es Klangreisen, Wanderungen, Meditationen, Mantra singen, die Homa jeden Morgen um fünf, eine gute Nacht Meditation, das Shivalaya, ein wundervoller Schweigebereich für die eigene Praxis, wo man in Ruhe seine eigene Praxis machen kann, und noch so viel mehr.

Das ist auch das Tolle an Bad Meinberg, wie ich erfahre...dieses umfangreiche Rahmenprogramm. So hat jeder Ashram seine eigenen Vorzüge. Westerwald ist zum Beispiel kleiner, sehr ruhig und familiärer.

„Ein Leben der Liebe, der Güte, der Nachsicht, ist die einzige Versicherung für Frieden und Glück sowohl für den Einzelnen, als auch für die Welt als Ganzes.”

 

Der Satsang ist die ersten Male etwas gewöhnungsbedürftig, da es doch sehr religiös rüberkommt. Dann stellt man schnell fest, das es auch etwas wundervolles ist, das gemeinsame Singen und Meditieren. Danach folgen die Vorträge von Sukadev, oder einem anderen Satsangleiter, die einen dann irgendwo tief drinnen bewegen können, treffend sein können, hilfreich oder auch witzig sind.

Wie ich später so oft feststellen muss, kann ich die Vortäge einfach in den Bezug zum eigenen Leben bringen und so aus ihnen Hilfe, Rat und Anleitung erfahren kann. Mehrmals saß ich dann dort tief bewegt von dem Gefühl der Gemeinschaft und der intensiven Energie des Satsangs.

Mein erster Eindruck ist gemischt. Man kann sich leicht überfordert fühlen, wegen all der neuen Eindrücke. Man taucht ein in eine andere Welt, die sehr Energiereich ist. Man fühlt förmlich wie da eine hohe Schwingung in Bad Meinberg ist. Auch das ist ungewohnt und anstrengend. Dann ist es eben ein kleiner Bienenstock, ein bisschen wuselig, voll mit Menschen. Und dann sind da überall Götterbilder, Swami Bilder, man verehrt Sivananda, Murtis und das Göttliche im Allgemeinen. Man braucht ein bisschen, um sich darauf einzulassen, und ich denke es ist ganz normal, dass man hier am Anfang auch Widerstände in sich hat. Doch wenn man dann erfährt, was Yoga ist, welch wundervolle Menschen die Gurus waren und sind, denen man hier folgt, wenn man sieht, was Sukadev hier zum Leben gebracht hat, dann kann tiefe Dankbarkeit entwickeln. Die wächst jetzt, nachdem ich hier nun über ein halbes Jahr bin, immer noch weiter, Tag für Tag.

Ich danke dir Sivananda für diesen Ort. Darüber hinaus danke ich dir Swami Vishnu-Devananda, dass du Sukadev aufgenommen hast. Und ich danke Sukadev für all sein wirken. Jaya Arati - Licht sei überall.

Danach, als ich nach Hause fahre und im Zug sitze, kommt dieses warme Gefühl in meiner Brust zum Vorschein. Weshalb ich frage mich was das denn ist. Des weiteren kommt dazu noch dieses Lächeln auf meine Lippen, und ich muss feststellen, dass es einfach Freude über diesen Ort ist, an dem so viele Menschen zusammen für den Frieden wirken. Es ist Freude über dieses Licht, dass von dort ausgeht, über all das Gute. Ich freute mich auch sehr, diesen Ort endlich für mich gefunden zu haben, und plante schon jetzt, meinen Urlaub, ein oder zwei Wochen, dort als Mithelfer zu verbringen, um ihn richtig kennen zu lernen.


Yoga ist leicht zu erlernen und wenn man sich ein wenig dafür begeistern kann, und das kann ganz schnell geschehen, dann ist es auch leicht in den Alltag zu integrieren.

 

Ich bin so inspiriert, motiviert und energetisiert dank dieser zweieinhalb Tage im Ashram, so voller Ruhe, Frieden und auch neuem (Lebens-)Mut, dass ich sofort beschließe Yoga wirklich intensiv zu praktizieren. Zudem sind die positiven Auswirkungen jetzt schon spürbar, und halten auch noch so lange an, dass mir praktisch keine andere Wahl bleibt. Mit anderen Worten, ich möchte wieder diesen inneren Frieden spüren, der aus mir heraus einfach so zu mir kommt.

Als ich zu Hause ankomme hole ich mir als erstes eine 10er Karte für mein Stadtcenter. Dadurch lerne ich die Yogapraxis schneller kennen. Ich praktiziere jeden Tag, entweder morgens oder abends knapp zwei Stunden Yoga und meditiere noch zwischen 45 Minuten und insgesamt anderthalb Stunden…und weißt du was? Mir geht es so gut, wie seit Afrika nicht mehr…und wenn ich Afrika ausklammern würde, könnte ich fast sagen, dass es mir so gut geht, wie seit meiner Kindheit nicht mehr.

Durch die Stunden im Center lerne ich die Asanas genauer kennen und genieße es einfach in die Entspannung geführt zu werden. Ich stelle jedoch auch fest, dass man die Asanas einfach dadurch besser lernt, indem man sie regelmäßig praktiziert und länger hält. Ganz von allein fällt einem dann auf, welche Position und Haltung für einen persönlich die „korrekte“ ist. Die Stunden im Center sind jedoch eine super Motivation, und man lernt einige neue Variationen kennen, und wird eben geführt, wodurch das Yoga auch sehr intensiv erfahren werden kann, gerade am Anfang.

"Klettern hat mir schon viel gegeben, aber Yoga gibt mir noch viel mehr. Beim Klettern kommst du zu dir, auch in dich, siehst was du aus eigener Kraft alles leisten kannst und gleichzeitig bist du hoch fokusiert und konzentriert, wie in einer Meditation. Das Alles bietet dir Yoga und Meditation auch, doch du kannst überall praktizieren, und es gibt so viele zusätzliche positive Effekte. Erhöhte Achtsamkeit und Bewußtsein, erhöhter innerer Frieden und Liebe, Freude und Glück.

Yoga ist fortan ein fester Bestandteil meines Lebens. Meine Meditation intensiviert sich wie ich finde enorm, und meine Asanapraxis nimmt schnell zu, bis zu 2 Stunden täglich.

Immerhin mache ich durch meine viele Praxis sehr schnell Fortschritte, wobei ich mich versuche nicht zu übernehmen, und nur so praktiziere, dass es mir nicht unangenehm ist. Doch gar nicht allzu fern in der Zukunft komm ich wirklich vollständig im Pflug an, die Füße auf dem Boden, was ich, so dachte ich, ewig nicht schaffen würde.

Kurzum, neben dem körperlichen Fortschritt, der Kräftigung und erhöhten Flexibilität, fördert das Yoga auch meine Entspannung, Konzentration und auch Vorstellungskraft. So kann ich auch intensiver und länger meditieren, ich kann besser visualisieren und generell zentriere ich mich mehr. Alles was mich vorher noch störte betrachte ich jetzt mit einigen Schritten Abstand und so kann ich viel entspannter bleiben.

Ich bin ja gar nicht der Einzige der meditiert, erkenne ich. Genauso wie ich meditieren einige meiner Freunde. Dass heißt, sie haben zum Beispiel schon Vipassana gemacht oder eben für sich meditiert. Auch kamen neue Menschen in mein Leben, die die selben Interessen wie ich haben, ähnlich denken und fühlen.

Die Freunde von mir, die auch meditieren, beziehungsweise einmal meditiert hatten und neues Interesse daran gefunden haben, frage ich, ob sie nicht Lust auf gemeinsames meditieren haben, und so gründe ich eine Meditations-Gruppe, die sich einmal die Woche sonntags bei mir trifft. Und auf einmal ist es auch ganz einfach eine Stunde am Stück zu sitzen, angespornt und energetisiert von meinen Freunden.

Darüber hinaus entsteht ein neues Gemeinschaftsgefühl wenn wir gemeinsam, friedlich und liebevoll in der Stille sitzen. Das hat auch auf unsere Freundschaften einen besonderen Einfluss ausgeübt.

Im nächsten Beitrag erfährst du dann, welchen Einfluß des Yoga auf meinen Alltag hat, dass ich eine Yogalehrerausbildung anfange, und wie sich alles darauf hinentwickelt, so dass ich letztlich ins Ashram ziehe. Der Artikel ist etwas länger, und kommt am 28.11.16 online. Viel Spaß beim Lesen. Namaste Simon.

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